Brandmeldeanlagen
Melden Rauch und Temperaturanstieg, aber keine Aussage darüber, ob sich noch Personen im Raum aufhalten.
Projektarbeit · Wettbewerb COSIMA 2026
EvacEye erkennt mit Radar- und Thermalsensorik, in welchen Räumen sich im Brandfall noch Personen befinden — ganz ohne Kamera, ohne Bildaufnahme, ohne Identifikation. Einsatzkräfte erhalten so in Sekunden statt Minuten eine verlässliche Lageübersicht.
Unser Vortrag zu EvacEye beim E-Science-Day 2026 der Hochschule Schmalkalden — dort haben wir das Projekt erstmals vorgestellt.
Problemstellung
Brände in Gebäuden sind hochdynamisch und zeitkritisch. Rauch, Dunkelheit und Hitze erschweren die Lageerkundung erheblich. Zu Beginn eines Einsatzes ist oft unklar, ob und wo sich noch Personen befinden — Räume müssen manuell durchsucht werden. Das kostet Zeit und setzt Rettungskräfte wie Eingeschlossene zusätzlichen Risiken aus.
Melden Rauch und Temperaturanstieg, aber keine Aussage darüber, ob sich noch Personen im Raum aufhalten.
Versagen bei Rauch und Dunkelheit optisch und werfen erhebliche datenschutzrechtliche Akzeptanzprobleme auf.
Systematisches Durchsuchen jedes Raumes kostet wertvolle Zeit und erhöht das Risiko für Einsatzkräfte.
Die zentrale Frage im Einsatz: In welchen Räumen befinden sich mit hoher Wahrscheinlichkeit noch Personen — und welche Bereiche sollten bei der Evakuierung priorisiert werden? Genau diese Lücke schließt EvacEye.
Lösung
EvacEye verarbeitet Radar- und Thermaldaten direkt am Sensor und übergibt nur das, was im Einsatz zählt: eine klare, raumscharfe Zustandsinformation. Im Normalbetrieb arbeitet das System lautlos im Hintergrund — erst im Alarmfall übernimmt die Einsatzoberfläche.
Eine Übersicht aller Etagen zeigt sofort, welche Stockwerke noch Personen enthalten — markiert in Orange, lange bevor eine Etage überhaupt geöffnet wird.
Jeder Raum erscheint an seiner tatsächlichen Position im Grundriss. Personenerkennung, Hitzeentwicklung und Sensorausfall werden über wenige, eindeutige Symbole kommuniziert — bewusst reduziert für die Informationsaufnahme unter Stress.
Dieselbe Oberfläche läuft auf dem Leitstellen-Rechner und auf einem Tablet am Gebäudeeingang. Ein Bedienkonzept, keine Umgewöhnung im Einsatz.
Pro Raum: Anwesenheit, Personenzahl, maximale und aktuelle Temperatur. Keine Rohdaten, keine Kamerabilder, keine Identifikation einzelner Personen.
Entscheidungshilfe, keine Ersatzkontrolle — die finale Freigabe jedes Bereichs bleibt bei den Einsatzkräften vor Ort.
Technik
Jeder Raum wird durch einen eigenständigen Sensorknoten überwacht. Die Verarbeitung läuft mehrstufig — von der Rohsignalerfassung bis zur fertigen Zustandsinformation, die im Gebäudenetz ankommt.
mmWave-Radar erkennt Bewegung, Entfernung und selbst feinste Mikrobewegungen wie Atmung — auch bei Rauch oder Dunkelheit. Ein Thermalsensor erfasst parallel die Wärmeverteilung im Raum.
Ein Raspberry Zero 2W filtert und glättet die Rohdaten direkt am Sensorknoten, um Messrauschen und kurzzeitige Fehlmessungen zu reduzieren.
Bewegungs- und Wärmemuster werden zeitlich und räumlich abgeglichen. Anwesenheit wird nur erkannt, wenn beide Sensorspuren plausibel zusammenpassen — das reduziert Fehlinterpretationen.
Zustandsdaten gehen per WLAN an die Servereinheit. Ein zweiter, unabhängiger LoRaWAN-Meshweg an Server und mobiles Endgerät sichert die Funktion auch bei Strom- oder WLAN-Ausfall.
Server und mobiles Endgerät führen alle Räume zur gebäudeweiten Echtzeit-Ansicht zusammen — identisch auf Web und Tablet.
Team
EvacEye entsteht an der Hochschule Schmalkalden, Fakultät Elektrotechnik, im Rahmen des Wettbewerbs COSIMA 2026, betreut durch Prof. Kramer und Prof. Roppel.
Aufbau und Integration der Radar- und Thermalsensorik · Entwicklung der Software zur Sensordatenfusion
Erfahrung in Embedded Systems, PCB-Design und Sensorfusion als Dualstudent bei Ondal Medical Systems.
Organisation und Koordination des Gesamtprojektes · Finanz-, Sponsoring- und Marketingkonzept
Erfahrung in Organisation und Finanzen als Vorsitz und Finanzverantwortlicher des Studierendenrates.
Aufbau der Hardwarekomponenten · Konstruktion und Design von Gehäuse und Mechanik
Erfahrung im Aufbau und Design von LED-Systemen für spezifische Einsatzzwecke als Dualstudent bei iiM AG.
Softwareentwicklung und Programmtests · Test, Validierung und Fehlerbehebung des Systems
Erfahrung in der Umsetzung technischer Anforderungen als Dualstudent bei X-FAB sowie projektbezogen als Mitglied der freiwilligen Feuerwehr.
Kontakt
Ob Jury, Sponsor, Hochschule, Feuerwehr oder zukünftiger Anwender — wir freuen uns über jede Nachricht.
Hochschule Schmalkalden
Fakultät Elektrotechnik
Blechhammer 9
98574 Schmalkalden
Prof. Kramer
Prof. Roppel
Projektarbeit im Rahmen des Wettbewerbs COSIMA 2026